Wie wechselt man die Batterie einer Uhr?
Alice de Maison Scarlett
Die Uhrmacherei ist oft eine echte Herzensangelegenheit. Wir lieben unsere Zeitmesser, und sie werden schnell zu einem kleinen Teil von uns selbst. Im Laufe der Zeit und mit jedem Ticken des Sekundenzeigers kann es jedoch passieren, dass die Uhrenbatterie leer wird und die Zeit stillsteht. Natürlich betrifft dieses Problem nicht jede Uhr. Die mechanische Uhr, ob mit automatischem Aufzug oder Handaufzug, benötigt keine Batterie, sondern funktioniert über Federhaus, Hemmung und Regulierorgan und ist daher nicht betroffen. Besitzen Sie in Ihrer Uhrensammlung jedoch eine Quarzuhr, werden Sie früher oder später vor dieser Aufgabe stehen.
Sehen wir uns also an, wie man eine Uhrenbatterie ganz einfach wechselt !
Inhaltsverzeichnis:
- Den Uhrmacher oder Juwelier des Vertrauens aufsuchen
- Batterie selbst wechseln: diese Risiken sollten Sie beachten
- Die verschiedenen Gehäusebodentypen und das benötigte Werkzeug
- Die Uhrenbatterie in wenigen Schritten selbst wechseln
Den Uhrmacher oder Juwelier des Vertrauens aufsuchen
Wir erwähnen es, weil es wirklich wichtig ist: Die Batterie Ihrer Zeitmesser hat eine begrenzte Lebensdauer, und sie selbst zu wechseln, ist nicht ganz ohne Risiko. Damit der Wechsel einer leeren Batterie optimal gelingt, vereinbaren Sie am sichersten einen Termin bei einem Fachmann.
Batterie selbst wechseln: diese Risiken sollten Sie beachten
Die größte Gefahr besteht darin, dass die Uhr ihre Wasserdichtigkeit verliert und anfällig für Feuchtigkeit wird. Wenn Sie Ihre Uhr öffnen und die Dichtung am Rand nicht wieder perfekt und unbeschädigt einsetzen, ist das Gehäuse nicht mehr hermetisch dicht. Um sicherzustellen, dass Ihre Uhr vor Wasser, Feuchtigkeit und anderen Flüssigkeiten geschützt bleibt, lassen Sie diesen Schritt am besten von einem Fachmann durchführen.
Wussten Sie schon? Manche Uhren, die als bis zu 100 m wasserdicht angegeben sind, besitzen mitunter gar keine solche Dichtung.

Wichtig zu wissen: Fassen Sie die Batterie möglichst nicht mit bloßen Fingern an! Da die Finger leitfähig sind, könnte sich die Batterie schnell entladen und einen Kurzschluss verursachen. Das Tragen von Handschuhen verhindert zudem Fingerabdrücke, Schweiß und Staub.
Für diese Handgriffe empfiehlt sich die Verwendung einer normalen Pinzette, einer Kunststoff-Kornzange oder einer Reinigungsknete vom Typ Rodico.
Reinigen Sie die Batterie mit einem weichen Tuch, bevor Sie sie einsetzen.
Falls Sie den Batteriewechsel selbst wagen möchten, hilft Ihnen diese kleine Anleitung Schritt für Schritt dabei.
Die verschiedenen Gehäusebodentypen und das benötigte Werkzeug
Vorab sollten Sie wissen, dass es drei verschiedene Arten von Gehäuseböden gibt und nicht alle auf die gleiche Weise geöffnet werden. Sie müssen sich also nicht gleich die komplette Profi-Uhrmacherausrüstung zulegen, sondern sollten zunächst prüfen, welchen Bodentyp Sie vor sich haben.
- Der gepresste Gehäuseboden lässt sich mit einem Uhrmachermesser öffnen: Vorsicht jedoch, diese Böden lassen sich oft schwer wieder verschließen. Um Ihren Zeitmesser beim Batteriewechsel nicht zu beschädigen, benötigen Sie eine spezielle Gehäuseschließpresse, die einen gleichmäßigen Druck ausübt, damit das Glas Ihres kleinen Schmuckstücks nicht bricht.
- Der geschraubte Gehäuseboden wird mit einem Gehäuseöffner aufgedreht: Eigentlich unkompliziert – achten Sie nur genau auf den Durchmesser, die Breite der Kerben und den festen Sitz des Werkzeugs, sonst ist schnell ein Kratzer im Gehäuse.
- Der Gehäuseboden mit Einzelschrauben : Hier genügt ein hochwertiger Schraubendreher in passender Größe, um die oft sehr feinen und empfindlichen Schraubenköpfe nicht zu beschädigen.
Um die Uhrenbatterie absolut sicher zu wechseln und Ihr Schmuckstück dabei nicht zu beschädigen, beachten Sie bitte Folgendes:
- Vermeiden Sie es nach Möglichkeit, das Uhrwerk mit den Fingern zu berühren.
- Achten Sie darauf, den « Werkhaltering » (« Einpassring ») wieder einzusetzen, bevor Sie den Gehäuseboden verschließen.
- Überprüfen Sie den Zustand der Dichtung und achten Sie darauf, sie wieder exakt einzusetzen. Bei kleinsten Zweifeln sollten Sie Ihren Uhrmacher aufsuchen, um eine professionelle Einschätzung einzuholen. Dringt Flüssigkeit in das Gehäuse ein, bleibt die Zeit für immer stehen.

Die Uhrenbatterie in wenigen Schritten selbst wechseln
- Gehäuse öffnen: Je nach ermitteltem Bodentyp schrauben Sie diesen mit einem verstellbaren Gehäuseöffner oder einem hochwertigen Schraubendreher auf oder hebeln ihn mit dem Uhrmachermesser auf. Achten Sie auf die Einkerbungen, um das Werkzeug korrekt anzusetzen.
- Sobald die Uhr geöffnet ist, nehmen Sie eine Pinzette zur Hand, entfernen den Werkhaltering und ersetzen die Batterie durch ein identisches Modell. Achten Sie darauf, die Pole der Batterie ("+" und "-") richtig zu identifizieren. Sie muss in jeder Hinsicht übereinstimmen: Zusammensetzung, Größe und Spannung.
Es gibt 3 Batterietypen: Silberoxidbatterien, Alkalibatterien und Lithiumbatterien.
- Silberoxidbatterien erkennen Sie an dem eingravierten Buchstaben S. Dieser Batterietyp liefert eine Spannung von 1,55 Volt.
- Alkalibatterien ähneln Silberoxidbatterien. Sie sind mit dem Buchstaben L gekennzeichnet und liefern eine Spannung von 1,50 Volt.
- Lithiumbatterien, die in vielen analogen Uhren zum Einsatz kommen, sind mit dem Buchstaben C gekennzeichnet und liefern eine Spannung von 3 Volt.
Schließlich variiert auch der Durchmesser einer Batterie von Uhr zu Uhr. Achten Sie daher genau darauf, die passende Größe für Ihr Modell zu wählen.
Manche Uhren mit Schraub- oder Pressboden besitzen eine kleine Lasche, die die Batterie an Ort und Stelle hält. Keine Panik: Diese lässt sich ganz einfach mit den Fingern oder einer Pinzette lösen. Setzen Sie sie einfach als Hebel an, damit die Lasche nicht plötzlich wegspringt.
Im letzten Schritt dieser Anleitung verschließen Sie die Uhr wieder mit dem Gehäusedeckel. Gehen Sie dazu wie folgt vor:
- Suchen Sie auf der Rückseite der Uhr die Kerbe des Gehäuserings auf Höhe der Kronenwelle und setzen Sie den Werkhaltering wieder ein.
Beachten Sie außerdem, dass Batterie nicht gleich Batterie ist. Auch die Funktionen Ihrer Uhr (Wecker, Stoppuhr, …) beeinflussen die Lebensdauer der Batterie.
Möchten Sie mehr über Ihre Uhren erfahren? Werfen Sie einen Blick auf unseren Artikel über die Unterschiede zwischen Automatik- und Quarzuhren.